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Publix_Neukoelln Publix, Neukölln, Berlin, Haus für Journalismus, Jan Madeus, Architekturfotografie

Publix Berlin

Es gibt Orte in Berlin, die man zufällig entdeckt — und die man dann nicht mehr vergisst. Das Publix in Berlin-Neukölln, Hermannstraße, ist so ein Ort.
Ich war dort mit der Kamera, ohne große Erwartungen. Was ich vorgefunden habe, hat mich überrascht — architektonisch, aber auch inhaltlich.

Wir formen unsere Gebäude, und danach formen unsere Gebäude uns.
Winston Churchill

Ein Haus mit einer Aufgabe
Das Publix ist kein gewöhnliches Kulturhaus. Es ist ein Haus für Journalismus und Öffentlichkeit — gegründet mit dem Ziel, Journalismus in einer Zeit zu stärken, in der er unter Druck steht. Technologische Umbrüche, wirtschaftliche Unsicherheiten, das Verschwinden lokaler Medien: Das sind keine abstrakten Probleme. Sie betreffen uns alle, weil sie betreffen, wie wir informiert werden und wie wir uns eine Meinung bilden.
Das Publix setzt dem etwas entgegen: Wissen über Medien vermitteln, Falschinformationen erkennbar machen, Räume für echte Gespräche schaffen — jenseits von Algorithmen und Bildschirmen. Zivilgesellschaftliche Organisationen, Initiativen, Bürgerinnen und Bürger kommen hier zusammen. Der Anspruch ist groß. Aber das Gebäude ist ihm gewachsen.

Rot von außen, ruhig von innen
Von außen fällt das Publix sofort auf. Die Fassade aus warmem roten Backstein, der begrünte Innenhof mit Sitzbänken aus demselben Material, junge Bäume, ein paar Menschen die lesen oder reden — das wirkt fast wie eine Oase mitten in Neukölln. Einladend, ohne laut zu sein.
Das Gebäude wurde von AFF Architekten entworfen und hat 2024 den BDA Preis Berlin gewonnen — vergeben vom Bund Deutscher Architekten. Als ich das nachgelesen habe, hat es mich nicht überrascht.

Sichtbeton, der nicht kalt ist
Innen erwartet einen dann etwas Unerwartetes: Sichtbeton, wohin das Auge schaut. Decken, Wände, Treppen — alles roh belassen. Normalerweise verbindet man das mit Kälte, mit Härte. Hier ist es anders.
Das Licht spielt eine entscheidende Rolle. Große Fensterfronten lassen die Sonne tief in die Räume fallen. Schatten zeichnen Muster auf die Betonwände. Das Holz — bei den Treppen, den Tischen, den Sitzbänken — bringt Wärme rein. Und immer wieder diese gezielten roten Akzente: eine Lampe, ein Stuhl, ein Tisch. Die Farbe des Außenbaus taucht innen immer wieder auf, wie ein roter Faden.
Man merkt: Hier wurde nicht einfach gebaut. Hier wurde gedacht.

Der Veranstaltungsraum — Schlichtheit mit Würde
Besonders beeindruckt hat mich der Veranstaltungsraum im Erdgeschoss. Weiße Stühle, vereinzelt rote, ein großer Bildschirm, seitlich grafische Wandmotive mit Sprechblasen und Stiften — eine dezente Hommage an die Welt des Journalismus. Kein Schnickschnack, keine Ablenkung. Und trotzdem hat der Raum eine echte Würde. Man spürt: Hier finden Gespräche statt, die zählen.
Das Café im Erdgeschoss rundet das Bild ab. Ein runder Holztisch, kleine Hocker, eine auffällige rote Deckenlampe — die Einladung, zu bleiben, ist unübersehbar.

Warum dieser Ort zählt
Ich bin kein Architekturkritiker. Aber ich glaube, gute Architektur erzählt etwas über die Menschen, die einen Ort gebaut haben — und über die Menschen, für die er gedacht ist. Das Publix erzählt von Offenheit, von Austausch, von dem Wunsch, dass alle mitreden können.
In einer Stadt wie Berlin, wo Orte für echte Begegnung seltener werden, ist das kein kleines Ding.
Wenn ihr in Berlin seid: Hermannstraße, Neukölln. Einfach reinschauen.

Publix Berlin — Hermannstraße 6-12, 12051 Berlin Architektur: AFF Architekten BDA Preis Berlin 2024 www.publix.berlin

Publix, Neukölln, Berlin, Haus für Journalismus, Jan Madeus, Architekturfotografie
Publix, Neukölln, Berlin, Haus für Journalismus, Jan Madeus, Architekturfotografie

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