Eine fotografische Serie · Berlin
Beton, Licht, Stille. Ich fotografiere Bauten als Bilder —nicht als Dokumente.
Die Serie
Berlin baute seine Nachkriegsidentität aus Beton. Zwischen 1957 und 1981 nutzten zwei politische Systeme dasselbe Material, um Gegensätzliches zu sagen — und hinterließen der Stadt einige der kompromisslosesten Bauten Europas.
Diese Serie fotografiert diese Bauten so, wie sie gedacht waren: als Ideen. Masse, Proportion und vor allem Licht — das eine Element, das ihre Architekten nicht gießen konnten. Jede Aufnahme hier wartet auf die Stunde, in der Beton aufhört, grau zu sein.
Das Register
Sechs Bauten, in der Reihenfolge, in der die Stadt sie errichtete. Architekt, Jahr, Bezirk — die Zuschreibung gehört zum Bild.

Kongresshalle
- Architekt
- Hugh Stubbins
- Jahr
- 1957
- Bezirk
- Tiergarten
Hier beginnt das westliche Kapitel der Berliner Nachkriegsmoderne: ein weit geschwungenes Betondach, konstruiert bis an die Grenze seiner Zeit. Die Berliner beantworteten das Pathos mit einem Spitznamen — die schwangere Auster. Frontal fotografiert, reduziert sich der Bau auf Linie, Kurve und Schatten.

Corbusierhaus
- Architekt
- Le Corbusier
- Jahr
- 1958
- Bezirk
- Westend
Le Corbusiers Berliner Unité — 530 Wohnungen in einem einzigen Betonrahmen, errichtet für die Interbau. Die Fassade ist ein Raster, das Geduld belohnt: zur richtigen Stunde werden die Loggien zu einem Feld kleiner Bühnen, jede anders beleuchtet.

St. Agnes
- Architekt
- Werner Düttmann
- Jahr
- 1964–67
- Bezirk
- Kreuzberg
Ein fensterloser Monolith, der Licht zum Ereignis macht. Mittags fällt die Sonne durch die schmalen Öffnungen, und der rohe Beton beginnt zu glühen — der Bau, der mich lehrte, dass in der Architekturfotografie das Timing über alles entscheidet. Heute beherbergt er die König Galerie. Diese Serie beginnt, genau genommen, hier.

Fernsehturm
- Konzept
- Hermann Henselmann
- Jahr
- 1969
- Bezirk
- Mitte
Die Antwort des Ostens, von überall sichtbar. Direkt von unten fotografiert, verliert das meistfotografierte Gebäude der Stadt seine Postkartenqualität und wird, was es baulich ist: ein 368 Meter hoher Betonschaft, der eine Kugel trägt. Der ungewohnte Blickwinkel gibt dem Vertrauten seine Architektur zurück.

ICC Berlin
- Architekten
- Ralf Schüler, Ursulina Schüler-Witte
- Jahr
- 1975–79
- Bezirk
- Charlottenburg
Ein maschinenförmiger Bau, 320 Meter lang — West-Berlins Beweis, dass es noch groß bauen konnte. Halb Raumschiff, halb Infrastruktur, fotografiert er sich am besten als das, was er ist: eine Landschaft aus wiederholten Elementen, Silber auf Grau, wartend auf sein zweites Leben.

Mäusebunker
- Architekten
- Gerd & Magdalena Hänska
- Jahr
- 1971–81
- Bezirk
- Lichterfelde
Berliner Brutalismus in seiner kompromisslosesten Form: ein festungsartiges Laborgebäude, Lüftungsrohre wie Kanonen ausgerichtet. Lange vom Abriss bedroht, heute das Sinnbild der Brutalismus-Debatte — ein Bau, der einen zwingt, Position zu beziehen. Die Kamera eingeschlossen.
„Ich fotografiere nicht, wie ein Gebäude aussieht. Ich fotografiere,was es bedeutet.“
Jan Madeus — Fine-Art-Architekturfotografie, Berlin
Hintergrund in Malerei und Grafik · Ich fotografiere Ideen
Auftragsarbeiten
Bauten als Bilder behandelt, mit der Aufmerksamkeit für Material und Licht, für die diese Serie steht — für Architekturbüros, Planungsbüros und Projektentwickler. Sitz in Berlin, international tätig.
Architekturfotografie für Architekturbüros, Bauplaner und Projektentwickler. Wenn Ihr Gebäude mehr verdient als Dokumentation — schreiben Sie mir.
